Wird die KI mehr Arbeitsplätze ersetzen, als sie schafft?

Apple und andere Unternehmen haben angekündigt, dass sie ihr KI-Personal aufstocken werden. Was bedeutet das für die Personalbeschaffung? Wird die KI die Arbeitsplätze der Menschen übernehmen?

Victoria Egba am 28. Dezember 2023 Durchschnittliche Lesezeit: 3 min
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Wird die KI mehr Arbeitsplätze ersetzen, als sie schafft?

Das ist eine weit verbreitete Sorge, zumal große Unternehmen wie Apple ihre KI-Teams ausbauen. Es geht jedoch nicht nur um den Verlust von Arbeitsplätzen - KI schafft auch neue Möglichkeiten. So kündigte der CEO von Apple, Tim Cook, vor kurzem Pläne an, seine britischen Niederlassungen speziell für KI-bezogene Aufgaben auszubauen. Angesichts der Pläne von Unternehmen wie Apple, ihr KI-Personal aufzustocken, ist es wichtig zu erkennen, dass KI nicht nur eine Bedrohung für die Beschäftigung darstellt, sondern auch neue Chancen bietet.

Einem Bericht von Goldman Sachs vom März zufolge könnte die KI jedoch weltweit mehr als 300 Millionen Berufe verändern, während das globale Beratungsunternehmen McKinsey davon ausgeht, dass bis 2030 mindestens 12 Millionen Amerikaner ihren Beruf wechseln werden. Darüber hinaus gehen Experten der Credit Suisse davon aus, dass der KI-Softwaremarkt bis 2030 ein Volumen von 1,09 Billionen US-Dollar erreichen wird. Dieses Wachstum wird wahrscheinlich Branchen wie der Halbleiterindustrie zugute kommen und zu einer Nachfrage nach spezialisierten technischen Funktionen führen. Unternehmen wie Intel und Analog Devices entwickeln bereits KI-spezifische Hardware, was den Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte anheizt.

Verlust von Arbeitsplätzen?

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) bietet mit seinem Bericht über die Zukunft der Arbeitsplätze eine umfassende Perspektive. Während die Vorhersage eines Verlusts von 85 Millionen Arbeitsplätzen bis 2025 zu denken geben mag, rechnet das WEF im gleichen Zeitraum mit der Schaffung von 97 Millionen neuen Arbeitsplätzen - ein Nettogewinn von 12 Millionen Arbeitsplätzen. Dieser Wippeffekt, bei dem einige Arbeitsplätze zurückgehen, aber mehr Arbeitsplätze entstehen, zeichnet ein optimistischeres Bild des sich entwickelnden Arbeitsmarktes.

In der WEF-Vision für das Jahr 2025 gibt es eine faszinierende Vorhersage: Die Zeit, die Menschen und Maschinen für Aufgaben am Arbeitsplatz aufwenden, wird nahezu gleich sein. Diese Vorhersage signalisiert eine monumentale Verschiebung der Arbeitsdynamik und deutet darauf hin, dass Menschen enger mit der Technologie zusammenarbeiten werden.

Entgegen der Befürchtung, dass die KI alle Arbeitsplätze wegnehmen könnte, zeigt das WEF, dass der Arbeitsmarkt widerstandsfähig ist und neue Möglichkeiten entstehen.

Für Arbeitgeber und Personalverantwortliche besteht die Herausforderung darin, die richtige Mischung von Aufgaben für Menschen und Maschinen zu finden. Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, den Arbeitnehmern zu helfen, neue Fähigkeiten zu erwerben, bevor es zu spät ist. Das Puzzle des Arbeitsplatzes im Zeitalter der KI-Integration erfordert einen strategischen und ausgewogenen Ansatz, der sicherstellt, dass sich jeder an diese transformativen Veränderungen anpassen kann.

Bereiten sich die Unternehmen auf den KI-Arbeitsmarkt vor? 

Marcelo Schnettler, VP of Engineering bei Prudential Financial, vergleicht die Auswirkungen der KI auf die Beschäftigung mit der Einführung von Automobilen. KI wird zwar nicht jeden Arbeitsplatz ersetzen, aber sie wird erhebliche Veränderungen mit sich bringen. Schnettler schlägt vor, dass Unternehmen ihre Einstellungspraktiken und Mitarbeitererwartungen anpassen müssen, ähnlich wie beim Übergang vom Pferd zum Auto.

Die Analogie unterstreicht, dass KI zwar nicht jeden Arbeitsplatz ersetzen wird, aber zweifellos zu erheblichen Veränderungen in der Beschäftigungslandschaft führen wird. Als Reaktion darauf müssen die Unternehmen ihre Einstellungspraktiken und die Erwartungen ihrer Mitarbeiter an die sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes anpassen.

In dem Bericht von McKinsey über generative KI und die Zukunft der Arbeit in Amerika taucht eine überzeugende Statistik auf:

Ein Drittel der Arbeitsplätze, die wir heute haben, gab es vor 25 Jahren noch gar nicht.

Dieser tiefgreifende Wandel unterstreicht die Dynamik des Arbeitsmarktes. Trotz der Bedenken, dass KI einige Arbeitsplätze ersetzen könnte, erinnern uns die Ergebnisse von McKinsey daran, dass ständig neue Arbeitsplätze entstehen. Denken Sie nur an die Berufe, die mit Smartphones oder sozialen Medien zu tun haben; diese Berufe gab es vor ein paar Jahrzehnten noch nicht.

Die Zukunft der KI-bezogenen Arbeitsplätze ist ungewiss, aber die aktuellen Trends deuten auf ein erhebliches Wachstum hin. Es ist nicht ganz sicher, dass KI mehr Arbeitsplätze wegnehmen wird, als sie schafft, aber sicher ist das Wachstum und die Investitionen in KI in vielen Sektoren. Bis Juli haben die Unternehmen 142,3 Milliarden Dollar in KI investiert. Auch wenn große Unternehmen derzeit vielleicht nicht in großem Umfang KI-Stellen besetzen, listen Jobplattformen wie Indeed über 30.000 Stellen für maschinelles Lernen und 28.000 KI-Stellen. Ein derartiger Anstieg der Nachfrage nach Fachwissen signalisiert eine sich verändernde Landschaft auf dem Arbeitsmarkt, was auf einen Bedarf an Fachkräften mit KI-bezogenen Fähigkeiten hinweist.

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