Warum ethnokulturelle Minderheiten (noch) Europas ungenutzter Talentpool sind

Nach den neuesten Untersuchungen von McKinsey gibt es eine ungenutzte Wachstumschance, die gleichzeitig Talentlücken schließen und integratives Wachstum fördern kann: die Beschäftigung von ethnisch-kulturellen Minderheiten. Trotz eines vergleichbaren Bildungsniveaus sind ethnisch-kulturelle Minderheiten zweieinhalb- bis dreimal so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen.

Jasper Spanjaart am 30. November 2023 Durchschnittliche Lesezeit: 3 min
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Warum ethnokulturelle Minderheiten (noch) Europas ungenutzter Talentpool sind

Die neueste Studie von McKinsey befasst sich mit der oft übersehenen Gruppe der ethnokulturellen Minderheiten in Kontinentaleuropa. Die Studie zielt darauf ab, CEOs und Unternehmensleitern ein umfassendes Verständnis des Potenzials, der Bildungshintergründe und der Beschäftigungserfahrungen dieser vielfältigen Gruppe zu vermitteln. Auf diese Weise will McKinsey einen strategischen Weg für Unternehmen aufzeigen, um nicht nur Talentlücken zu überbrücken, sondern auch zu mehr Selbstbestimmung und einem besseren sozialen Zusammenhalt beizutragen. Was gibt es daran nicht zu mögen?

Ethnokulturelle Minderheiten in Europa

Der Bericht wirft ein Licht auf die Landschaft der ethnokulturellen Minderheiten in 11 europäischen Ländern. Die Studie schätzt, dass ethnisch-kulturelle Minderheiten zwischen 5 und fast 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, wobei der Anteil in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich ist. Überraschenderweise stammt die größte ethnisch-kulturelle Minderheitenbevölkerung in den untersuchten Ländern aus Asien, die ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmacht und Länder wie Deutschland und Dänemark dominiert.

Quelle: McKinsey

Bildungsklischees durchbrechen

Im Gegensatz zu den gängigen Vorstellungen (oder: Stereotypen) räumt die McKinsey-Studie mit dem Mythos auf, dass ethnisch-kulturelle Minderheiten ein niedrigeres Bildungsniveau haben. Tatsächlich sind die Hochschulbildungsraten in dieser Gruppe gleich hoch wie bei Nicht-Minderheiten. In den Niederlanden beispielsweise haben schätzungsweise 31 % der ethnisch-kulturellen Minderheiten einen Hochschulabschluss, nur drei Prozentpunkte weniger als ihre nicht-minderheitlichen Altersgenossen. In Dänemark ist die Quote der ethnisch-kulturellen Minderheiten im tertiären Bildungsbereich sogar deutlich höher .

Quelle: McKinsey

Systematische Voreingenommenheit gegenüber ethnokulturellen Minderheiten

Und hier kommt der eigentliche Knackpunkt ins Spiel, denn es ist wirklich schwer, gegen die von McKinsey vorgelegten Zahlen zu argumentieren. Trotz eines vergleichbaren Bildungsniveaus sind ethnisch-kulturelle Minderheiten zweieinhalb- bis dreimal so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Und wenn sie einmal beschäftigt sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie für ihre Aufgaben überqualifiziert sind, fast doppelt so hoch. Dies unterstreicht die große Chance, die sich für Unternehmen bietet, wenn sie diesen gebildeten Talentpool anzapfen und Qualifikationsdefizite beseitigen.

Trotz eines vergleichbaren Bildungsniveaus sind ethnisch-kulturelle Minderheiten zweieinhalb- bis dreimal so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen.

Aber das ist noch nicht alles. Die Untersuchung befasst sich mit den Herausforderungen, mit denen ethnisch-kulturelle Minderheiten am Arbeitsplatz konfrontiert sind. Sie geben doppelt so häufig an, dass ihnen Aufstiegschancen ver wehrt bleiben, und erleben zweieinhalb Mal häufiger vorurteilsbehaftete Verhaltensweisen am Arbeitsplatz.

Dreifacher Gewinn?

Trotz dieser Herausforderungen ist McKinsey der Ansicht, dass eine stärkere Einbeziehung ethnokultureller Minderheiten einen dreifachen Gewinn darstellen könnte. Erstens könnte sie das Wachstum von Unternehmen fördern. Zweitens könnte sie die Wirtschaft insgesamt unterstützen und drittens die wirtschaftliche Selbstbestimmung des Einzelnen und seiner Familie stärken.

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Chefredakteurin und Autorin bei ToTalent.eu
Chefredakteur und Autor für die europäische Total Talent Acquisition-Plattform ToTalent.eu.
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